Zahnpasta – mit oder ohne Fluorid?

18. Dezember 2018 Zahnhygiene

Was ist Fluorid und warum ist es so umstritten?

Viele Zahnpasta-Hersteller werben mit fluoridfreien Produkten. Gleichzeitig wird immer wieder auf die vermeintlich gesundheitsgefährdende Wirkung von Fluorid aufmerksam gemacht. Hierbei arbeiten die Konzerne häufig mit alternativen Fakten, um die Verbraucher zu verunsichern und höhere Verkaufszahlen zu erzielen. Tatsächlich handelt es sich bei Fluorid um ein wichtiges Spurenelement, das unser Körper zum Funktionieren benötigt.

Fluor und Fluorid – worin besteht der Unterschied?

Aufgrund der großen Namensähnlichkeit werden „Fluor“ und „Fluorid“ häufig miteinander verwechselt. Fluor kommt als reaktionsfreudiges, extrem toxisches Gas nicht frei in der Natur vor, da es schnell Verbindungen mit anderen Elementen eingeht. Aus diesen Verbindungen entstehen feste Fluoride oder Salze, wie beispielsweise das in vielen Zahncremes enthaltene Natriumfluorid. Es ist bei weitem nicht so giftig wie der gasförmige Grundstoff und stellt, in geringen Dosen, für den menschlichen Körper keine Bedrohung dar. Auch viele Lebensmittel enthalten Fluoride, wie etwa Fisch und Schwarztee oder auch Mineralwasser. In Deutschland nimmt jeder Mensch im Schnitt 1 Milligramm Fluorid am Tag zu sich. Das liegt deutlich unter dem Richtwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (3,5 Milligramm).

Kann es beim Zähneputzen zu einer Fluoridvergiftung kommen?

Gelegentlich kann es vorkommen, dass beim Zähneputzen etwas Zahnpasta verschluckt wird. Das ist kein Grund zur Sorge, denn auch dann liegt die eingenommene Fluoridmenge noch immer unter dem oben genannten Richtwert. Beim sachgemäßen Gebrauch von Zahnpasta und dem anschließenden, gründlichen Ausspülen der Mundhöhle ist das Risiko einer Fluoridvergiftung verschwindend gering. Auch die Annahme, dass Fluorid krebserregend sei, konnte bisher nicht bestätigt werden.

Was bewirken Fluoride? Warum sind sie ein wichtiger Bestandteil von Zahnpasta?

Fluoride erfüllen eine wichtige Funktion: Sie wirken remineralisierend, fördern die Zahngesundheit und gelten als wirkungsvoller Schutz gegen Karies. Wenn sie mit einer Zahnpasta auf die Zähne aufgetragen werden, bilden Fluoride einen Schutzfilm, der den Zahnschmelz effektiv vor Säureangriffen schützt. Außerdem helfen Fluoride bei der Bekämpfung von Karies verursachenden Bakterien, indem sie deren Stoffwechsel stören. Vor allem im Kindesalter, wenn die Zahnbildung im Kieferknochen noch nicht abgeschlossen ist, kann durch eine gezielte Fluoridzufuhr für eine widerstandsfähige Zahnstruktur gesorgt werden. Auch Verbraucherschützer wie die Stiftung Warentest bestätigen die Wirksamkeit von fluoridhaltigen Zahncremes gegenüber alternativen Produkten.